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Hinweis: Die Kurseinbrüche durch das Coronavirus sind jetzt eine günstige Chance, um mit Sparplänen anzufangen oder die Sparrate aufzustocken! Lies hier, was man mit seinem ETF Sparplan tun sollte & ob das Investieren in Aktien sinnvoll ist.

Was ist ein ETF Sparplan? Das Wichtigste im Überblick

  • ETF steht für Exchange Traded Fund (auch Indexfonds genannt)
  • ermöglicht das Investieren in einen Index, der von einem ETF abgebildet wird
  • aufgrund der passiven Abbildung geringe Kosten
  • es wird in thesaurierende (reinvestierende) und ausschüttende ETFs unterschieden

ETF bedeutet so viel wie Exchange Traded Fund und kommt ursprünglich aus den USA. Seit den 2000ern können Anleger auch an deutschen Börsen ETFs handeln. Grundsätzlich bilden ETFs einen Index nach und vereinen die hohen Gewinnerwartungen einer Aktie mit der Sicherheit eines Fonds.

Tipp: Hier eine Definition, was ein Sparplan bzw. Wertpapiersparplan ist.

Das Prinzip ETF ist eigentlich leicht erklärt: Schon immer hat man einen Weg gesucht, um wirtschaftliches Wachstum zu messen. Für diesen Zweck wurde der Index ins Leben gerufen. In einem Index werden die wichtigsten Unternehmen eines Marktes oder Teilmarktes zusammengefasst. Anhand der Performance der Einzeltitel ergibt sich ein Durchschnittswert, der das wirtschaftliche Potenzial eines Marktes (bzw. die globale Wirtschaftskraft) wiedergeben kann. Durch den Leitcharakter eines Index‘ ist es nicht möglich direkt in Indizes zu investieren.

Handeln mit ETFs Kurzerklärung

Lese-Tipp: ETF Sparpläne sind auch für Kinder sinnvoll. In dem Beitrag Sparplan für Kinder findest du alle wichtigen Infos. Darunter auch, ob es mehr Sinn macht, ein Depot auf seinen Namen oder auf den Namen des Kindes laufen zu lassen.

Ein ETF Sparplan ermöglicht es nun an den Index-Kursgewinnen teilzuhaben, in dem die Wertentwicklung eines Index zum Teil detailgetreu von einem ETF wiedergegeben wird. Kurz gesagt: steigt der Index, steigt der ETF, fällt der Index, sinkt der ETF. Investiert man beispielsweise in einen DAX-ETF, dann besitzt man Anteile an den 30 besten deutschen Unternehmen gleichzeitig. Somit ergibt sich eine breite Diversifikation.

ETF Sparplan Vorteile

  • langfristiger Vermögensaufbau durch Zinseszins- und Cost-Average-Effekt
  • 1 bis 2 ETF Sparpläne reichen zum Vermögensaufbau vollkommen aus
  • hohe Diversifikation
  • ca. 8% Rendite im Jahr
  • geringe Kosten

Hinweis: Es gibt Tausende ETFs. Manche Banken haben sich aber auf verschiedene Kategorien spezialisiert. Wer mit einem guten Gewissen Geld anlegen möchte, sollte sich über nachhaltige ETF informieren.

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Meine ETF Sparplan Erfahrungen

Autor Sparplan Vergleich Max HillebrandIch besitze derzeit zwei ETF Sparpläne bei zwei unterschiedlichen Banken. Beide bespare ich jeweils mit 50€ monatlich. Mein ING DiBa Sparplan lasse ich bereits seit zwei Jahren laufen (Übrigens: Wie man einen ETF Sparplan bei der ING einstellt, erkläre Ich in dem oben verlinkten Artikel). Mit der Zeit hat sich viel getan in meinem Depot. Mittlerweile habe ich ca. 24,52% Gewinn machen können, was so ziemlich genau mit der Prognose einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 8% auf den MSCI World Index übereinstimmt.ETF Sparplan ING Depot Wert

Welche Gebühren fallen bei ETF Sparplänen an?

  • Verwaltungskosten von 0% bis 0,5% im Jahr -> werden nicht eingefordert, sondern sind im Aktienkurs enthalten
  • Ordergebühr pro Sparrate: unterschiedlich für jeden Anbieter (siehe unsere ETF Sparplan Vergleich Tabelle)

Im Vergleich zu klassischen Fonds wird ein ETF passiv verwaltet. Dadurch können die Verwaltungsgebühren sehr gering gehalten werden. In den Verwaltungskosten werden Gebühren für Lizenzen, Werbung, Betreuung des Indexfonds usw. erfasst.ETF Sparplan Gebührenübersicht

Die Kosten für die Verwaltung unterscheiden sich untereinander stark, pendeln aber zwischen 0% bis 0,5%. Ein aktiv gemanagter Fonds kommt auf gut und gerne 3% bis 5% Ausgabeaufschlag. Ein ETF Sparplan wird deshalb immer als günstigere Alternative zu einem Fondssparplan gesehen.

Die Verwaltungskosten eines ETF werden nicht wie eine Gebühr von der Sparrate abgezogen oder jährlich vom Verrechnungskonto eingefordert, sondern sind bereits im Aktienkurs des Wertpapiers miteinberechnet. Der Aktienkurs eines Indexfonds liegt aufgrund der Kosten zumeist um einen kleinen Anteil unter dem Vergleichsindex. Der Abstand wird auch als Tracking Error bezeichnet. In den meisten Fällen ist der Tracking Error sehr gering. Bei der Auswahl des passenden Indexfonds achtet man als Anleger besonders auf geringe Verwaltungskosten, um hohe Abstände zum Vergleichsindex zu vermeiden.

Zusätzlich muss man bei jedem Anbieter zumeist eine Ordergebühr pro Sparrate zahlen, die direkt von der regelmäßigen Sparrate abgezogen wird. Besitzt man etwa einen ETF Sparplan bei der ING mit einer monatlichen Sparrate von 50€, dann müssen von diesem Betrag 1,75% abgezogen werden. Jeden Monat fließen damit effektiv rund 49,14€ in das Wertpapier und ca. 0,86€ an den Broker.

Rechnung beim Kauf eines Sparplans
Die monatliche Abrechnung für den Kauf eines Sparplans bei der ING.

Jeder Anbieter besitzt eine unterschiedliche Kostenaufstellung, wenn es um Sparpläne geht. Manche Direktbanken werben mit Festgebühren (DKB Sparplan, 1822direkt Sparplan, onvista Sparplan) oder einer prozentualen Verteilung (comdirect Sparplan, ING DiBa Sparplan, Consorsbank Sparplan). Besonders bei kleinen Sparraten raten wir weiterhin zu Brokern, die prozentuale Gebühren verlangen. Festgebühren hingegen eher für größere Summen ab 100€.

ETF Verwaltungsarten

Bevor man sich als Anleger für einen ETF Sparplan Vergleich entscheidet, sollte man sich über seine eigenen Vorstellungen im Klaren sein. Wer regelmäßige Erträge erzielen möchte, wählt einen ausschüttenden ETF. Wenn Geld für den langfristigen Vermögensaufbau vorgesehen ist, dann sind thesaurierende ETFs das Richtige. Ein gut oder schlecht gibt es in diesem Fall nicht, sondern lediglich eine Präferenz. Ab einem gewissen Geldbetrag machen aus steuerlichen Gründen thesaurierende ETFs mehr Sinn. Ausschüttende ETFs können eine sichere Einkommensquelle sein oder einfach als zusätzlicher Motivator dienen.

Mehr zu dem Thema Steuern bei ETFs findest du in einem anderen Beitrag von mir.

Hinweis: Die Fondsgesellschaft bestimmt selbstständig über die Art eines ETFs. Es kann sein, dass sich die Ausschüttungsart über die Jahre ändert.

Ausschüttende ETF

Wenn ein Unternehmen Gewinne realisiert, erhalten die Aktionäre als Teilhaber des Unternehmens eine Auszahlung in Form von Dividenden. Besitzt man Anteile an einem ETF, dann hat man auch ein Anrecht auf Dividendenauszahlungen, da man Wertpapiere an mehreren Unternehmen besitzt.

Bei ausschüttenden ETFs werden somit in regelmäßigen Abständen – von einmal jährlich bis zwölfmal im Jahr – Beträge auf das eigene Konto zurück überwiesen. Abhängig von Streuung und ETF können 2% oder mehr pro Jahr auf das eigene Konto wandern. Viele Anleger sehen deshalb eine Dividendenstrategie als sinnvoll an.

Hinweis: Gewinne müssen versteuert werden! Ist der Sparerpauschbetrag (801€ Single / 1602€ Verheiratet) ausgeschöpft, fallen Dividenden (genauso wie bei üblichen Aktienverkäufen) unter die Steuerpflicht.

Thesaurierende ETF

Möchte man sein Geld langfristig vermehren und ist nicht auf regelmäßige Auszahlungen angewiesen, ist der thesaurierende ETF die bessere Alternative. Ein solcher ETF behält die Dividenden sowie anderweitige Ausschüttungen ein und reinvestiert die Beträge automatisch nach der Index-Zusammensetzung. Damit nutzt man den Zinseszinseffekt optimal aus, da innerhalb des thesaurierenden ETF keine Steuern oder zusätzliche Gebühren anfallen.

Wie viele ETF Sparpläne sollte ich haben?

  • 1 MSCI World ETF + 1 MSCI Emerging Markets ETF reichen aus, um alle Märkte abzudecken
  • die Kostenquote muss gering gehalten werden
  • bei der Wahl des ETF auf einen guten Index setzen
  • Abbildung beachten

Diversifizieren mit zwei ETF Sparplänen
Experten sind sich bei der Beantwortung dieser Frage sehr uneinig. Die einen empfehlen finanziellen Minimalismus und sprechen sich für einen breit aufgestellten MSCI World ETF aus. Andere empfehlen die Streuung in 2 bis 3 ETF Sparpläne: MSCI World, MSCI Emerging Markets und/oder MSCI Europa (STOXX600).

Welche Entscheidung man auch trifft, wichtig ist, dass die Gebühren gering gehalten werden, die Abbildung am besten 1:1 erfolgt sowie im Resultat der Index eine gute Perfomance zeigt, denn ohne guten Index steht es schlecht um den dazugehörigen ETF.

Finanzieller Minimalismus: 1 MSCI World ETF reicht

Hinter diesem Ansatz steht die breite Diversifikation, die ein MSCI World Index schon von Haus aus zur Verfügung stellt. Der Index bildet die Entwicklung der 23 stärksten Industriestaaten ab – eine nicht zu verachtende Menge. Weiter zu diversifizieren ist damit kaum notwendig, da man bereits so gut wie alles im Portfolio hat.

Von aufstrebenden Märkten profitieren: 2 ETF Sparpläne nutzen

Wer sich mit einem Aktientitel nicht glücklich fühlt und von aufstrebenden Märkten profitieren möchte, der nimmt noch die Emerging Markets ins Portfolio. Dieser Aktienindex umfasst ca. 850 Aktienwerte, die die Entwicklung der wichtigsten Schwellenländer abbilden. Dazu gehören insgesamt 24 Länder wie Brasilien, Chile, Ägypten, Südafrika oder die Vereinigte Arabische Emirate.

Die Industriestaaten bestimmen zwar die Finanzwelt, jedoch werden die Schwellenländer zunehmend wichtiger. Wer jetzt investiert, kann damit das Wachstumspotenzial gut für sich nutzen.

Sollte ich in einen ETF oder Fonds Sparplan investieren?

Bis heute hält sich eine lange Diskussion, welche Anlagemöglichkeit die bessere Rendite verspricht. ETF Veteranen glauben an die Macht des Marktes. Ein Fonds, der von vielen Managern geleitet wird, kann zwar mehrere Jahre lang gute Gewinne machen, langfristig ist dieser Erfolg aber nicht garantiert. So gut wie keiner (außer Warren Buffett) hat es über eine längere Periode als 20 Jahre geschafft, den MSCI World Index zu schlagen.

Fonds oder ETF Vorteile und Nachteile ÜbersichtAuch wenn ein Fondsmanager den Markt schlägt, fallen die Gebühren schwer ins Gewicht: Um die Kosten im Vergleich zu einem ETF auszugleichen, bräuchte man regelmäßige Gewinne in hohen Prozentsätzen über dem eigentlichen MSCI World Leitindex, um überhaupt auf das eigentliche Level eines passiven ETF zu kommen.

In Situationen einer Rezession kann aber ebenso ein Fonds gute Gewinne einstreichen.  Zu guter Letzt bleibt es wie so oft an den eigenen Vorlieben, ob man einen passiven ETF oder aktiv gemanagten Fonds als Anlagemöglichkeit auswählt.

Wir selbst sind der Meinung, dass ein ETF über lange Zeiträume immer einem Fonds überlegen sein wird. Aus diesem Grund investieren wir selbst ausschließlich in Indexfonds bzw. ETF.

Warum ein ETF Sparplan Vergleich wichtig ist

ETFs gibt es heute wie Sand am Meer. So gut wie jeder bietet ETFs ohne Ausgabeaufschlag oder komplett ohne Verwaltungsgebühr an. Des Weiteren ist die Auswahl so unübersichtlich geworden, dass man schnell einen Titel bespart, ohne zu wissen, welcher Index nun eigentlich zur Grundlage gelegt wird. Dabei taugen überhaupt nur die wenigsten ETF zum Sparplan.

Eine große ETF Auswahl zu haben ist zwar gut, sollte aber keineswegs das einzige Kriterium für einen guten ETF Sparplan Vergleich sein. Die wenigen großen können fast bei jedem namhaften Broker gehandelt werden. Neben den Verwaltungsgebühren sind deswegen besonders die Broker ins Visier zu nehmen.

Als Anleger liegt es an einem selbst, ob man für eine größere Auswahl eine höhere Orderprovision in Kauf nehmen möchte bzw. eine schlechte Auswahl für geringere Gebühren. Für alle Anfänger und finanziellen Minimalisten kann man ETF Expertenseiten wie Flatex nicht ohne Einschränkung empfehlen. Bessere Alternativen bieten dabei Depots bei Trade Republic, comdirect,  oder der Consorsbank.

Bei ETFs gilt: Weniger ist mehr! Informiere dich im Vorfeld über die ETFs, die für dich infrage kommen. Wie bei der Suche nach einem passenden Auto wählst Du zuerst das gewünschte Modell aus und suchst dir anschließend den günstigsten Anbieter. Durch unseren ETF Sparplan Vergleich erkennst Du sofort, ob ein Broker für dich infrage kommt oder nicht. Das erspart Zeit und reduziert wertvolle Recherchearbeit.

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Sina
Sina
10. Juli 2020 21:31

Ergibt es Sinn einen thesaurierenden und einen ausschüttenden Sparplan anzulegen? Wenn ich für die Rente einen thesaurierenden Sparplan anlege, sollte ich dann mit 67 in einen ausschüttenden wechseln? Wäre es da nicht praktisch wenn ich nur kleine Teile entnehmen müsste und Teile würden direkt an mich ausgeschüttet werden? Oder kommt das am Ende aufs gleiche raus wenn ich Geld von thesaurierenden ETFs entnehme? Bevor ich mich eingelesen hatte, hatte mir mein Vater einen Renten ETF Sparplan angelegt. Einen der den MSCI Wolrd Index abbildet, aber ausschüttend ist. Nun mache ich mir Gedanken ob ich den lieber in einen thesaurierenden wechseln… Weiterlesen »

Sina
Sina
Antwort auf  Autor: Max Hillebrand
25. Juli 2020 14:08

Hallo Max,

vielen Dank für die ausführliche Information. Wie würde man denn im Rentenalter beim umschichten zu ausschüttenden ETFs vorgehen? Vermutlich bedeutet das nicht, dass ich das komplette Volumen auflöse und dann in ausschüttende ETFs investiere. Da wären ja schlagartig sehr viele Steuern fällig.

Vielen Dank und viele Grüße
Sina

Emely Nakapagorn
Emely Nakapagorn
10. September 2019 13:34

Wenn ich 1 MSCI World ETF und
1 MSCI Emerine Markets ETF

wählen würde mit je 50 Euro monatlich (als ausschüttende EFT), würde das möglich sein?

Und wie lange kann man das so sparen?
Und bei welcher Bank kann man das beantragen? Bei der Hausbank (Raiffeisen) auch?

Emely Nakapagorn
Emely Nakapagorn
Antwort auf  Autor: Max Hillebrand
29. Oktober 2019 13:16

Danke, so lieb die Antwort.
Das werde ich machen. Sehr interessant zu lesen. Danke Danke Emely.

Nilgün
Nilgün
10. September 2019 9:53

Sehr gute und wertvolle infos