Whitebox im Test: Lohnt sich der Robo Advisor?

Robo Advisor Whitebox Sparplan Vergleich
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Einer der ersten Robo Advsior auf dem deutschen Markt: Whitebox. Hier liest du, was du über Konditionen, Anlagestrategie und Rendite bei Whitebox wissen musst. Darüber hinaus gebe ich meine eigene Einschätzung am Ende des Beitrags.

Konditionen 🔔
Depotführung0,35 bis 0,95% Jahresgebühr (+ Fondskosten ca. 0,2% p.a.)
Mindestanlage5.000€
Sparplan ab5€ monatlich
Auszahlungenjederzeit verfügbar ab 50€
Entnahmeplanja, ab 5€ pro Monat
Sparplanänderungenjederzeit Anpassungen vornehmen
BewertungWhitebox Bewertung

Vorteile 👍

  • monatlicher Sparplan ab 5€
  • Entnahme ab 50€
  • automatisches Rebalancing
  • Anlageplan für Altersvorsorge
  • Sehr breite Diversifikation durch Value Investing in ETFs und ETCs

Nachteile 👎

  • Langfristig sind die Kosten für ein eigenes Depot günstiger

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Hinweis: Die Kurseinbrüche durch das Coronavirus sind jetzt eine günstige Chance, um mit Sparplänen anzufangen oder die Sparrate aufzustocken! Lies hier, was man mit seinem ETF Sparplan tun sollte & ob das Investieren in Aktien sinnvoll ist.

Wer steckt hinter Whitebox?

Das Unternehmen Whitebox besitzt ihren Sitz in Freiburg im Breisgau und ist 2014 gegründet worden. Als eingetragener Vermögensverwalter untersteht Whitebox der Regulierung durch die Bafin.

Auf Basis technischer Algorithmen und wissenschaftlichen Analysen soll durch eine Mischung von aktivem und passivem Investieren in ETFs und ETCs eine risikoarme und renditestarke Anlage entstehen.

Whitebox Kosten: Was kostet mich der Robo Advisor?

Mit einem Konto bei Whitebox legst du dein Geld zu folgenden Konditionen an:

Konditionen:
  • Mindestanlage 5.000€
  • Sparplan ab 5€ pro Monat
  • Jahresgebühr nach Anlagevolumen:
    (ersten 5.000€ Anlagevolumen werden für die ersten 6 Monate gebührenfrei verwaltet)
     
    unter € 30.000 0,95%
    über/gleich € 30.000 0,85%
    über/gleich € 50.000 0,75%
    über/gleich € 100.000 0,60%
    über/gleich € 250.000 0,45%
    über/gleich € 500.000 0,35%
  • ETF Kosten (laut Whitebox Kosten im Durchschnitt 0,20 bis 0,22%)
  • es fallen keine weiteren Kosten an
  • sehr breit diversifizierte Portfolios nach Vermögenszielen
  • eigenes Altersvorsorge Portfolio
  • Entnahmeplan kostenlos verfügbar

Die Kosten und Konditionen sind markttypisch und ab sehr hohen Anlagesummen gering. Die Staffelung verschafft langfristig einen Vorteil, da auch mit der Zeit das Portfolio größer wird. Je länger du dran bleibst, desto weniger Kosten hast du am Ende. Ein Entnahmeplan sowie ein Plan für die Altersvorsorge ist interessant. In der Altersvorsorge Strategie wird zunächst in risikoreichere Anlagen investiert. Mit der Zeit wird automatisch in risikoärmere Investitionen umgeschichtet, um den Wert zu erhalten.

Anlagestrategie von Whitebox

Bei Whitebox wird auf eine Mischung zwischen aktiven und passiven ETFs und ETCs gesetzt. Im Vordergrund steht hierbei Diversifikation und eine Überrendite durch Value Investing.

Value Investing beschreibt, dass in Wertpapiere investiert wird, die nach realwirtschaftlichen Kriterien unterbewertet erscheinen. Berühmte Value Investoren sind zum Beispiel Warren Buffett oder Charles Munger.

Diese Art zu investieren ist mehrfach wissenschaftlich analysiert worden und Investoren erhoffen sich dadurch eine Überrendite im Vergleich zum Markt.

Whitebox verfolgt damit keine absolut passive Anlagestrategie, sondern wählt die Produkte aktiver aus als die Konkurrenz. Darüber hinaus ist die Diversifikation der Produkte deutlich größer. Wer Geld bei Whitebox anlegt, erhält ca. 40 unterschiedliche Wertpapiere, die je nach Risikoklasse gewichtet sind.

Wichtige Kriterien bei der Auswahl der ETFs/ETCs bei Whitebox:

  • geringe Gesamtkostenquote (TER)
  • hohe Liquidität
  • hohe Tracking-Genauigkeit
  • Sichere Replikationsmethode
  • qualitative Elemente

Produkte, aus denen die Portfolios zusammengebaut werden:

  • Aktien
  • Anleihen
  • Alternative Assetklassen

Portfolio bei Whitebox besteht aus 23 Anlageklassen

Neben den genannten Kriterien wird dein Geld in 23 Anlageklassen bestehend aus über 40 ETFs investiert. Darin enthalten sind Aktien großer Unternehmen, Aktien kleiner Unternehmen, Anleihen, Gold, Rohstoffe und dem Geldmarkt.

Hier wird dein Geld also in viele Bereiche investiert, was die Diversifikation ungemein erhöht. Im Vergleich zu anderen Anbietern sind hier Anlageklassen dabei, die von anderen nicht abgebildet werden.

Whitebox ist darüber hinaus ein unabhängiger Vermögensverwalter und damit nicht auf ein ETF Anbieter gebunden. Im Portfolio von Whitebox kommen ETFs von iShares, HSBC, Deka, UBS, Amundi, SPDR, Xtrackers, usw. vor.

Anlageziel Whitebox ETFs Beispiel
Beispiel in welche Wertpapiere man bei einem renditeorientierten Portfolio bei Whitebox investiert.

Gewichtung der Wertpapiere nach Risikoklasse

Die entsprechenden Wertpapiere, die Whitebox zur Verfügung stellt, werden je nach eigenem Risikoempfinden unterschiedlich gewichtet. Insgesamt kann aus 10 Risikoklassen gewählt werden. Je höher das Risiko, desto höher ist der Anteil an Aktien ETF. Bei geringem Risiko ist der Anteil an Anleihen ETF und Gold ETC am höchsten.

Hinweis: Das Depot, das bei Kontoerstellung erstellt wird, wird von flatex verwaltet. Der Partner für das Portfoliomanagement ist Morningstar Investment Management Europe. Morningstar unterstützt bei der Zusammenstellung der Anlageklassen und der Produktauswahl.

So funktioniert Whitebox: 1. Ziele definieren, 2. Profil aufsetzen

Über „Jetzt anlegen“ auf der Webseite wird man durch den automatischen Anlageprozess geführt, anhand dessen ein eigenes Portfolio entworfen wird.

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1. Zielauswahl

Als Kunde kann zwischen unterschiedlichen Zielen gewählt werden. Neben den generellen Risikoneigungen sicherheitsorientiert, ausgewogen und renditeorientiert, können über „Weitere Ziele anzeigen“ andere Sparziele wie Altersvorsorge, Immobilie, Ausbildung und weitere gewählt werden.

Zielsetzung Whitebox Anlagestrategie
Hier ein Beispiel für die Ziele, die man bei Whitebox auswählen kann.

Die erste „Zielauswahl“ hat aber nichts mit dem Portfolio an sich zu tun! Außer für das Ziel „Altersvorsorge“ gibt es keine Unterschiede bei der Anlagestrategie, wenn alle anderen Parameter gleich bleiben.

Viel wichtiger für die Geldanlage bei Whitebox ist:

  • Einmaleinzahlung (min. 5.000€)
  • Sparrate pro Monat (ab 5€)
  • Entnahme pro Monat (ab 5€)
  • „Liquiditätsbedarf“ (Geldbestand, der nicht investiert werden soll)
  • Risiko. Es geht von Stufe 1 (risikoarm) bis Stufe 10 (hohes Risiko). Ein höheres Risiko bedeutet mehr Anteile an Aktien und potenziell höhere Erträge.

Nachdem man alle Angaben getätigt hat, kann man über „Produkte“ einsehen, in welche Wertpapiere investiert wird. Im Vergleich zu Oskar oder growney wird nicht versucht mit möglichst wenigen ETFs in alle Märkte zu investieren.

Bei Whitebox werden nach dem Value Investing Ansatz einzelne ETFs aus den Sektoren einer Region ausgewählt, die besser performen sollen, als der Vergleichsindex. So kommt es, dass in über 40 ETFs aus verschiedenen Regionen und unterschiedliche Märkten investiert wird.

Hinweis: Es können mehrere Sparziele eingerichtet werden. Es ist möglich mehrere Sparziele mit unterschiedlichen Merkmalen wie Risiko, Sparrate etc. anzulegen. Insgesamt muss aber der Mindestanlagebetrag von allen Anlagezielen mindestens 5.000€ betragen.

2. Profil aufsetzen

Hat man sein Geldziel hinterlegt, geht es darum die Formalitäten zu klären. Im normalen Anmeldeprozess werden die persönlichen Daten abgefragt. Über PostIdent wird der Account verifiziert.

Whitebox Rendite: Wie gut ist die Anlagestrategie?

Die Anlagestrategie von Whitebox klingt auf den ersten Moment recht komplex und es wird versucht, über eine aktive Auswahl der ETFs eine bessere Rendite zu erwirtschaften als die Konkurrenz. Wie viel Rendite bringt also Whitebox?

Seit dem Marktstart 2016 kommen die Portfolios auf beachtliche Renditen. Mit der mittleren Risikostufe 6 konnte man vom 01.05.2016 bis 31.12.2019 eine Rendite von 21,4% erhalten.

Bei Risikostufe 10 sieht das nochmal anders aus. Hier hätte man eine Rendite von ca. 44,3% erhalten. Im Vergleich dazu konnte ein einfacher iShares MSCI World ETF 44,8% erwirtschaften.

Achtung: Diese Angaben sind ohne die Gebühren mit einzuberechnen. Insgesamt ist der Drawdown, also wie Tief die Geldanlage absinken kann, bei Whitebox deutlich geringer.

Whitebox Sparplan: Nennt sich „Monatliche Einzahlung“

Mit jedem Anlageziel kann eine monatliche Einzahlung (Sparrate) hinterlegt werden. Das bedeutet, dass monatlich immer eine Summe bei Whitebox eingezahlt und angelegt wird. Langfristig steigerst du dadurch dein Vermögen.

Ein Sparplan bei Whitebox geht ab 5€ im Monat los. Extrakosten entstehen dadurch nicht.

Entnahmeplan ebenfalls kostenlos verfügbar

Wer für seine Altersvorsorge Geld anlegt, kann bei Whitebox auch eine Entnahme des Geldes über „Monatliche Auszahlung“ hinterlegen. Hierbei muss lediglich das Startdatum und eine Geldsumme hinterlegt werden. Monatlich wird dann die entsprechende Summe aus dem Anlagevolumen entnommen.

Ein Entnahmeplan ist ab 5€ pro Monat möglich.

Lohnt sich Whitebox also? Meine Einschätzung

Autor Sparplan Vergleich Max HillebrandDer Robo Advisor Whitebox macht vieles richtig und verfolgt eine Anlagestrategie mit sehr vielen ETFs und ETCs. Ich persönlich bin der Meinung, dass viel nicht immer viel hilft. Wenige breit gestreute ETFs bespart in einem Sparplan über das eigene Depot ist langfristig kostengünstiger. In unserem ETF Sparplan Vergleich findest du dafür ein passendes Depot.

Jedoch bietet Whitebox eine Anlagestrategie, die im Vergleich zur eigenen Investition weniger volatil bei ähnlicher Rendite ist. Bist du als Anleger schüchtern und hast Angst dein Geld zu verlieren, ist eine hohe Schwankung am Markt eher kontraproduktiv. Die Versuchung zu verkaufen ist dabei sehr hoch und im schlimmsten Falle steigst du aus, weil du Angst hast. Genau das sollte nicht passieren.

Wenn Sicherheit und ein Ansprechpartner dir wichtig ist und du dich selber nicht mit Rebalancing und deinen Wertpapieren auseinandersetzen möchtest, ist Whitebox ein Versuch wert.

Hinweis: Alle wichtigen Robo Advisor, deren Strategien und Renditen, findest du in unserem Robo Advisor Vergleich.

Fazit: Value Investing mit ETFs über einen Robo Advisor

Der größte Unterschied zu anderen Anbietern ist die Value Investing Strategie. Durch die aktive Kontrolle konnte in Vergangenheit eine ähnliche Rendite zu den Vergleichsindizes erwirtschaftet werden, wobei der Drawdown niedriger war. Mit mehreren Auszeichnungen und speziellen Anlagevorschlägen ist Whitebox durchaus empfehlenswert.

Die ETF Kosten sind gering und die Jahresgebühr ist auf einem durchschnittlichen Marktniveau. Wer eine automatisierte Investition in ETFs sucht, ist mit Whitebox gut beraten.

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Bildnachweis: Vielen Dank an Freepik©flaticon.com, ©whitebox.eu

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